Beschreibung der Beschaffung
Die Abwasserbetriebe Weserbergland AöR (ABW) sind für die ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung und -reinigung im Stadtgebiet der Stadt Hameln (ca. 57.000 Einwohner) und der einleitenden Nachbargemeinde Flecken Aerzen, Flecken Coppenbrügge (4 Ortsteile) und der Gemeinde Emmerthal (2 Ortsteile) zuständig.Das Abwasser wird auf der 200.000 EW großen Kläranlage Hameln behandelt, welche im Durchschnittmit 150.000 EWG belastet ist. Der Abwassertransport erfolgt über ein rund 480 km langes Kanalnetz, 40 Abwasserpumpwerke, sowie zahlreiche Sonderbauwerke.
Für die Schlammbehandlung stehen derzeit 1 Vorklärbecken, 2 Siebbandpressen, 2 Faultürme mit jeweils 4000 m³ Fassungsvermögen, 2 Nacheindicker, 2 Kammerfilterpressen und 1 Filtratwasser-speicher zur Verfügung.Das erzeugte Klärgas wird hauptsächlich über 3 Blockheizkraftwerke zur Energieerzeugung genutzt und als Heizgas verwendet.
Um den rechtlichen Anforderungen der Klärschlamm-, der Dünge- und der Düngemittelverordnung gerecht zu werden und als Gesellschafter der Kommunale Nährstoffrückgewinnung Niedersachsen GmbH (KNRN) sollder Klärschlamm künftig über eine geplante Monoverbrennungsanlage thermisch vorbehandelt werden. Die geforderte Phosphorrückgewinnung soll anschließend aus der Klärschlammasche erfolgen. Aktuell wird der Klärschlamm zu 100 % landwirtschaftlich verwertet.
Im Rahmen eines in 2017 erstellten Klärschlammentsorgungskonzeptes (PFI) wurden verschiedene Entwässerungsverfahren miteinander verglichen. Im Ergebnis waren Zentrifugen die optimalen Aggregate für die mech. Entwässerung, um mindestens einen TS-Gehalt von 24 % sicherzustellen.
Vor dem Hintergrund der rechtlichen Gegebenheiten und aus wirtschaftlichen Gründen soll die vorhandene Schlammentwässerung erneuert werden. Dafür steht auf dem Gelände der KA ein freies Baufeld in unmittelbarer Nähe zu den Nacheindickern zur Verfügung und es wurde in dem Bereich 2021 eine neue Zuwegung zum Gelände für diesen Bereich geschaffen. Somit kann die vorhandene Schlammentwässerung bis zum Umschluss an die neue Anlage in Betrieb bleiben.
Die Fertigstellung der neuen Anlage ist für 2024 geplant und umfasst folgende Komponenten:Schlammentwässerungsgebäude, Verfahrens- und Maschinentechnik, EMSR-Technik, Dosieranlage für Flockungshilfsmittel, KS-Lager für mind. 5 Tage und eine Waagereinrichtung. Beim Bau des Gebäudes ist der Einsatz erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung zu berücksichtigen, sowie eine energieeffiziente Beheizung des Gebäudes (ggf. durch den Einsatz einer Wärmepumpe oder Wärmetauschern im Ablauf der Nachklärung oder im Bereich der Nacheindicker). Zur Sicherstellung der elektrischen Leistung und zur Erweiterung der energetischen Infrastruktur ist die Errichtung einer neuen Mittelspannungsanlage notwendig.