Beschreibung der Beschaffung
Das Goethe Institut (GI) Bogota war bis 2008 in einer bundeseigenen Bestandsimmobilie untergebracht. Eine 2006 durchgeführte Erdbebenuntersuchung ergab die Notwendigkeit einer Erdbebenertüchtigung, so dass das Gebäude geräumt wurde und bis heute leer steht. Es ist beabsichtigt, die Bestandsliegenschaft für die Zwecke des GI Bogota mittels Generalsanierung einschließlich einer Erdbebenertüchtigung wiederherzurichten.
Das Haupthaus wurde offiziell 1957 (gemäß Fotonachweis bereits 1951) als Wohnhaus errichtet. Von 1977 bis 1991 wurde das Gebäude als Kanzlei der DDR genutzt und in dieser Zeit um zwei Nebengebäude erweitert. Nach der Wiedervereinigung zog 1992 das GI Bogota ein. Das gesamte Gebäudeensemble steht heute unter Denkmalschutz.
Es liegt ein Raumprogramm des GI über 1.029 m² Nutzfläche vor. Die derzeit verfügbare Nutzfläche im Bestand von ca. 800 m² (NF 1-6) deckt daher nicht Bedarf, so dass neben der Generalsanierung eine bauliche Erweiterung der Liegenschaft erforderlich wird.
Die Planung erfolgt überwiegend unter Berücksichtigung örtlicher Standards, in einigen Bereichen jedoch auch nach Standards, die durch deutsche rechtliche und technische Regeln vorgegeben werden. Die deutschen Standards des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind sinngemäß und den örtlichen Gegebenheiten angepasst umzusetzen.
Die Qualität und Tiefe der Planungsphasen und der Bauüberwachung sind an deutschen Standards auszurichten. Eine besondere Herausforderung stellt die Erdbebensicherung nach Eurocode 8 dar (PGA Wert Bogota nach GSHAP 4: 3,2653 m/s²), die gemäß einem Gutachten durch die Entkernung des Hauptgebäudes (Decken / Wände) und Neubau der Tragstruktur unter Beibehaltung der denkmalgeschützten Fassade sowie der Wiederherstellung der ursprünglichen Raumstrukturen zu erfolgen hat.
Des Weiteren sind u. a. die Fensterelemente des Hauptgebäudes durch Nachbauten unter Einhaltung der Anforderung an Wärmeschutz und Schallschutz zu ersetzen, wobei die schlanken Fensterprofile beizubehalten sind.
Die Funktionalität des Gebäudes ist durch die Erneuerung der gesamten Gebäudetechnik zu erhöhen.
Der Großteil der Bauleistungen soll örtlich ausgeschrieben werden. Eine Öffnung für den örtlichen Markt und Umsetzung mit möglichst örtlichen Bauprodukten ist beabsichtigt. Mittels Synopse ist zu prüfen, ob Abweichungen hiervon für das Erreichen der Projektziele erforderlich werden.
Die Auswahl des Generalplaners soll mittels eines zweistufigen Verhandlungsverfahrens mit Teilnahmewettbewerb erfolgen. In der ersten Stufe werden die Bewerber auf ihre Eignung geprüft und für die 2. Stufe maximal sechs Teilnehmer ausgewählt. In der zweiten Stufe sind Ideenskizzen für zwei Planungs-Varianten auf Basis einer konkreten Aufgabenstellung für die Liegenschaft zu entwickeln und ein Honorarangebot abzugeben. Die Grundlagen für die Bearbeitung der Ideenskizzen und des Honorarangebotes werden erst in der zweiten Stufe des Verfahrens an die 6 ausgewählten Teilnehmer mit der Aufforderung zur Angebotsabgabe übersendet.
- Auftraggeber/Nutzer: Bundesrepublik Deutschland / Auswärtiges Amt
- Gebäudenutzung: Instituts-, Lehrgebäude
- Art der Baumaßnahme: Generalsanierung mit Erdbebensicherung und Erweiterungsbau
- NF: NF Bestand ca. 800 m², NF Raumbedarf insgesamt 1.029 m²
- Projektkosten (netto) für KG 200-600 gem. DIN 276: ca. 5.2 Mio Euro netto.
KG 300 ca. 3.460.000 €
KG 400 ca. 1.480.000 €
KG 200/500/600 ca. 260.000 €
- Projektdauer: ca. 5 Jahre, geplante Fertigstellung Anfang 2027,
- Gegenstand des Auftrags:
Gegenstand des Auftrages sind Generalplanungsleistungen.
Die Einbindung eines in Bogota bauvorlageberechtigen Architekten durch den Generalplaner ist erforderlich, falls der Auftragnehmer nicht selbst in Bogota bauvorlageberechtigt ist.
Es gelten u.a. die BauO NRW, deutsches Arbeitsschutzrecht, örtliches Planungs-, Bauordnungsrecht. Für die Durchführung des Vertrags gilt ausschließlich die deutsche Sprache, Kenntnisse der spanischen Sprache (fließend in Wort und Schrift) des Bewerbers / der Bietergemeinschaft, des Nachunternehmers sind zwingend erforderlich.
Folgende Aufteilung der Leistungsbearbeitung durch den Generalplaner (GP) wird seitens des Auftraggebers favorisiert:
LP 1-5,7 GP Deutschland / EU mit Beteiligung GP / Partner Kolumbien
LP 6, 8, 9 GP / Partner Kolumbien mit Beteiligung GP Deutschland / EU
Die Honorierung der Objektplanung erfolgt nach Honorarzone III gem. HOAI und nach Honorarzonen II / III für die Planung der Technischen Ausrüstung.
- Leistungsbereiche/ Leistungsbild:
Generalplanerleistungen in den LPH 1-9, diese umfassen:
Objektplanung Gebäude LPH 2-9 (§ 34 HOAI)
Techn. Ausrüstung Anlagengruppen 1-7 LPH 1-9 (§ 55 HOAI)
Tragwerksplanung LPH 1-6 (§ 51 HOAI)
Bauakustik, Raumakustik LPH 2-8 (Anlage 1 HOAI)
Wärmeschutz und Energiebilanzierung LPH 2-8 (Anlage 1 HOAI)
Freianlagen LPH 2-9 (§ 39 HOAI)
- Weitere Leistungen / Besondere Leistungen:
Leistungen zum Nachhaltigen Bauen
SIGEKO
Brandschutz
Tragwerksplanung, Erdbebensicherung
Dynamisch thermische Gebäudesimulation
Synopse (Abweichungen des deutschen Standards zum lokalen Standard,
die im weiteren Planungsverlauf zu definieren sind).
Überprüfung Gebäudeaufmaß
Bauvoranfrage
- Beginn / Ende der Leistungserbringung:
voraussichtlich 12 / 21 - 02 / 27 (ohne LP 9)
Es ist eine stufenweise Vergabe der Leistungen vorgesehen (Aufteilung voraussichtlich: LPH 1+2, LPH 3+4, LPH 5-9). Ein Rechtsanspruch auf die Übertragung aller Leistungen besteht jedoch nicht.