Beschreibung der Beschaffung
Als Grundlage für die weitere Planung zur Verbreiterung der Hohenzollernbrücke sollen die oberstromigen Senkkästen, aus dem Jahre 1912, unter den beiden vorhandenen Brückenpfeilern der Hohenzollernbrücke hinsichtlich Ihres Zustandes untersucht werden. Neben Baustoffproben ist eine Sichtprüfung sowie eine Vermessung der Senkkästen in 3D erforderlich. Ferner soll im Zuge dieser Untersuchungen eine Baugrunderkundung mit entsprechendem Bericht durchgeführt werden, die ebenfalls als Planungsgrundlage der Brückenerweiterung dienen soll.
Auf den vorhandenen Senkkästen befinden sich noch Pfeilerstümpfe der alte Hohenzollernbrücke von vor dem 2. Weltkrieg. Die Baustelle liegt bei Rhein-km 688,5 an den Hohenzollernbrücke in Köln (Innenstand). Der Rhein ist eine stark befahrene Bundeswasserstraße der Binnenwasserstraßenkategorie VIc. Die Bauteile befindet sich vollständig Unterwasser und zum Teil unterhalb der Rheinsohle. Das gesamte Baufeld ist nur von Wasserseite aus zu erreichen. Für die Durchführung der Arbeiten wird eine Tauchergruppe benötigt.
Zunächst sollen je Brückenpfeiler 2 Kernbohrungen mit einer Länge von bis zu 9 m durch den vorhandenen Pfeilerstumpf bis auf die Sohle des Senkkastens hergestellt werden. Nach Durchführung der Kernbohrungen sind die nicht überbauten Pfeilerstümpfe sowie die Senkkastenoberfläche südlich der Brücke (oberstromige Seite) mit Hilfe eines Schwimmbaggers und einer Tauchergruppe freizulegen. Der Bodenaushub hat baubegleitend durch einen Taucher mit Befähigungsschein nach §19SprengG zu erfolgen, da eine Flächendetektion aufgrund des inhomogenen Untergrundes nicht möglich ist. Das Aushubmaterial ist gemäß Vorgaben des WSA Köln (Standort Köln) im Bereich Rhein-km 701,00 (Ortslage Leverkusen) zu verklappen bzw. auszukranen. Zur späteren Wiederverfüllung der hergestellten Baugruben ist ebenfalls gemäß Vorgaben des WSA Rhein im Bereich der „Deutzer Platte“ bei Rhein-km 687,00 Material (Kiessand) aufzubaggern und nach Abschluss der Untersuchungsarbeiten lagenweise und profilgerecht in den Baugruben einzubauen. Die mit Kiessand verfüllte Baugrube ist als Kolkschutz mit einer 1,50 m dicken Wasserbausteinschüttung abzudecken Die max. Aushubtiefe der Baugruben ab Rheinsohle beträgt bis zu ca. 5 m.
Die freigelegten Seitenflächen des Pfeilerstumpfes sowie die Senkkastenoberfläche sind mittels Hochdruckgerät bis auf den anstehenden Beton zu reinigen und direkt im Anschluss durch einen Ingenieurtaucher mit Zertifikat der Bauwerksprüfung nach DIN 1076 visuell zu überprüfen. Die gesamten Oberflächen sind mittels Unterwasser-Videoaufnahme zu dokumentieren. Festgestellte Schäden sind nach Art, Größe und Lage tabellarisch zu dokumentieren.
Im Anschluss sind die freigelegten Senkkastenkanten sowie die Pfeilerstümpfe mittels eine Fächerecholotaufnahme dreidimensional in Lage und Höhe einzumessen. Nach erfolgter Überprüfung bzw. Einmessung sind die Senkästen bzw. Brückenpfeiler wie vorgefunden mit dem zwischengelagerten Aushubmaterial zu verfüllen.
Zur Untersuchung des vorhandenen Baugrundes sind um die betreffenden Senkkastenbereiche herum jeweils drei Kernbohrungen sowie Rammkernsondierungen bis in 15 m Tiefe ab Rheinsohle vorgesehen. Die Herstellung der Bohrungen und Rammsondierungen sollen vom Schiff aus erfolgen.
Vor Durchführung der bodeneingreifenden Maßnahmen sind entsprechende Kampfmittelüberprüfungsarbeiten durchzuführen.