Beschreibung der Beschaffung
Mit dem Rechtsschutzsaal im Ortsteil Bildstock der Stadt Friedrichsthal soll das älteste Gewerkschaftsgebäude Deutschlands als historischer Versammlungsort zukunftsgerichtet saniert werden, um es als Symbol für Solidarität, Gerechtigkeit und politische Teilhabe sowohl regional als auch überregional zu schärfen und zu stärken.
Das denkmalgeschützte Backsteingebäude aus dem Baujahr 1892 ist durch die ersten Arbeiterrechtebewegungen als historischer Versammlungsort geprägt und damit ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Das Gebäude gilt als das älteste Gewerkschaftsgebäude Deutschlands.
Mit dem Vorhaben soll der Rechtsschutzsaal, insbesondere mit Blick auf seine Geschichte, zukunftsfähig ausgerichtet werden. Um dies zu erreichen, wird die Stadt mit einem anderen Vergabeverfahren die Einrichtung der musealen Dokumentationsstätte planen und umsetzen sowie im Rahmen des hier gegenständlichen Vergabeverfahrens die Voraussetzungen zur langfristigen Sicherung des Gebäudes selbst schaffen. Dies beinhaltet eine umfangreiche denkmalgerechte Sanierung der Gebäudehülle, insbesondere Dach-, Fenster und Fassadensanierung, mit baulicher Behebung funktionaler Mängel des Innenbereichs in Bezug auf Brandschutz, Akustik, Belichtung, Erschließung und Aufenthaltsqualität. Mit dem Einbau des Aufzuges unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Belange wird erstmals ein barrierefreier Zugang zum Obergeschoss des Rechtsschutzsaales geschaffen. Außerdem werden die Toilettenanlagen saniert und der derzeit ungenutzte Gastronomiebereich zu einer für die Eigenbewirtschaftung von Veranstaltungen (Vereine und Organisationen) geeigneten Küche umgerüstet. Ein Teil des derzeitigen Gastronomiebereiches wird zu einem Büro für die mit Besucherführung und Nutzung befasste Kraft umgestaltet. Darüber hinaus wird der Außenbereich des Gebäudes umgestaltet.
Die Außenhülle des fast 130 Jahre alten Gebäudes weist eine mit den Jahren wachsende Anzahl von Schadstellen auf. Zum Erhalt des Gebäudes gehören die dringend notwendige Erneuerung der Dacheindeckung mit Sanierung der Rinnen und Fallrohre. Derzeit ist jedoch noch nicht absehbar, ob das darunterliegende Gebälk nicht ebenfalls sanierungsbedürftig ist. Bei stärkeren Windlasten treten immer wieder Schäden und Undichtigkeiten im Dachbereich auf. Im Sockelbereich und an der Wetterseite ist eine umfangreiche Neuverfugung erforderlich, da sonst Wassereinträge in den Fundament- und Wandbereich mit weiteren Schäden am Mauerwerk verbunden sind. Weitere substanzerhaltende Maßnahmen, z.B. evtl. Fenstersanierungsarbeiten und deren Umfang, müssen im Laufe der Projektumsetzung noch detailliert ermittelt werden