Beschreibung der Beschaffung
Durch das Projekt MissionLab schafft die UniBw M eine integrierte, über die beteiligten Institute verteilte Infrastruktur und Experimentalumgebung, mit der sie Missionstechnologien und entsprechende Konzepte zur Automatisierung, zur Mensch-Maschine-Integration und zur Ausbildung von Nutzern durchgängig von
Constructive-Umgebungen (Rechner-Model Auftragsgegenstand ist die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme eines Flugsimulators (ohne Cockpit) mitsamt Motionsplattform, Dome, Operateur- und Beobachtersitze sowie einer Treppe für den Ein- und Ausstieg.
Auf Verlangen der UniBw M muss der Auftragnehmer zusätzliche ein Klimagerät liefern, installieren und in Betrieb nehmen (Option 1). Auf Verlangen der UniBw M schuldet der Auftragnehmer die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme eines Systems mit der Möglichkeit zur Erweiterung auf ein 5 Kanalsystem (Option 2).
Die Professur für Flugmechanik und Flugführung (FMFF) forscht im Bereich des Mensch-Automation-Teamings und hat in den letzten Jahren drei Flugsimulatoren zur Untersuchung des Pilotenverhaltens in Interaktion mit einer KI-gestützten Cockpit-Assistenz aufgebaut. Diese Flugsimulatoren sind auf verschiedenen Cockpit-Konfigurationen (Transport-Hubschrauber, Kampfjet, Kampfhubschrauber) spezifiziert und wurden so konstruiert, damit Human-in-the-Loop-Tests durchgeführt werden können, um Daten für die wissenschaftlichen Arbeiten zu erzeugen. Um ein höheres "Level-of-Immersion" für die Testkampagnen zu erzielen, soll im nächsten Schritt im Rahmen des DTEC-Projekts MissionLab eine neue Simulationsanlage mit integrierter Bewegungssimulation entstehen. Das durch die Bewegung der Simulationsanlage erzeugte „Level-of-Immersion“ ist besonders relevant für Szenarien, die Extremsituationen (z.B. Turbulenz, schwierige Landung) oder Bewegungskrankheit-induzierende Manöver emulieren sollen.
Um ein höheres „Level of Immersion“ zu erreichen, ist eine horizontale Field-of-View von mindestens 180° und eine vertikale Field-of-View von mindestens 45° für die Immersion erforderlich. Unserer Erfahrung nach kann dies durch eine sphärische Außensicht-Projektion, welche auf der Motionplattform montiert ist, umgesetzt werden. Für eine Flächenflugzeug-Simulation wären dafür mindestens drei Kanäle, für eine Hubschrauber-Simulation mindestens fünf Kanäle notwendig. Die Projektionsfläche der Außensicht sowie das Cockpit müssen stabil auf der Bodenplattform befestigt werden. Zudem muss eine schützende Dome-Schale darum konstruiert werden. Neben der schützenden Funktion für die auf der Motionsplattform festgebauten Hardware kann die Dome-Anlage auch mehr Immersion erzeugen, da diese einen Sichtschutz für den Pilot bietet und reduziert somit mögliche Ablenkungen während der Tests.
Im Dome wird ausreichenden Platz für den Einbau des Single-Pilot-Forschungscockpits (Größe des Cockpits: ca. 2 m Lang, 1,5 m Breit und 1,5 m Höhe) von der Professur für FMFF erforderlich sein. Darüber hinaus werden zwei zusätzlichen Sitzplätze im Dome (hinter dem Cockpit) benötigt. Ein Sitzplatz (mit Arbeitsplatz) ist für den Testoperateur ausgelegt, der die Missionsszenarien steuert, und der zweite Sitzplatz für einen Test-Beobachter, welcher den Testverlauf qualitativ verfolgt und bewertet.
Die neue Simulationsanlage soll in der Grube im Erdgeschoss der Halle 150 auf dem Universitätsgelände gebaut werden. Die Größe der Grube beträgt 8 m x 9 m; in der Halle stehen bereits drei stationäre Flugsimulatoren. An einem durchschnittlichen Arbeitstag können gleichzeitig bis zu 15 wissenschaftliche Mitarbeiter und 10 Studenten in der Halle arbeiten.
Da das DTEC-Projekt MissionLab auch das Ziel der Vernetzung verschiedener Forschungssimulatoren verfolgt, wird eine Offenlegung der Architektur und der API/Software benötigt, so dass eine Software- und Hardware-Kompatibilität mit anderen Forschungssimulatoren gewährleistet wird.