Das Ziel des Experiments ist es kohärente Neutrino Kernstreuung mit möglichst hoher Statistik an
einem Kernkraftwerk nachzuweisen, es handelt sich um ein Nachfolgeprojekt des CONUS
Experiments.
Zu den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Detektion gehört eine möglichst gute Unterdrückung
der Umgebungsstrahlung. Insbesondere da das Experiment nahe am Reaktorkern aufgebaut werden
muss für einen hohen Neutrinofluss, aber damit gleichzeitig mit erhöhter Umgebungsstrahlung, z.B.
N16 Zerfälle aus dem Kühlkreislauf, zu rechnen ist. Konventionell wird Blei als
Abschirmungsmaterial verwendet innerhalb eines zwiebelschalenförmigen Aufbaus zusammen mit
Schichten von Materialien wie Polyethylen und Plastikszintillatoren.
Wolfram bzw. Wolframverbundswerkstoffe haben jedoch durch die fast doppelt so hohe Dichte und
in Folge dessen dünneren Schichten bei derselben Abschirmungswirkung den Vorteil, dass die
Größe der Abschirmung signifikant reduziert werden kann. Insbesondere wird dadurch auch eine
signifikante Reduktion des Gesamtgewichts erreicht, was aus statischen Gründen eine
Grundvoraussetzung für den Aufbau des Experiments an der geplanten Stelle nahe am Reaktorkern
ist. Zudem kann auch an den anderen Materialien wie zB. Plastikszintillatoren gespart werden und
die Kühlung der Detektoren innerhalb der Abschirmung, die durch eine Verbindung aus Kupfer
nach außen erfolgt, wird durch die kürzeren Distanzen durch die kleinere Abschirmung erleichtert.
Es ist jedoch nicht möglich, beliebige Wolframplatten für die Abschirmung zu verwenden. Erhöhte
radioaktive Kontaminationen des Materials könnten das Experiment erheblich stören und das
Neutrinosignal überdecken. Studien mit Wolfram von verschiedenen mit einem Gammaspektrometer hier am MPIK haben gezeigt, dass kein anderer Hersteller Platten mit vergleichbar geringen radioaktiven Kontaminationen in 232Th Zerfallskette, der zweiten Hälfte der 238U Zerfallskette und 40K liefern kann wie HC Starck. Die
genaue Zusammensetzung des Wolframpulvers zur Herstellung der Platten wurde dann von uns
zusammen mit dem HC Starck weiterentwickelt um die für das Experiment erforderliche Qualität
zu erreichen. Die Platten aus dem Wolframverbundswerkstoff „HP50“ von HC Starck erfüllen
durch ihre hohe Dichte von 18.5g/cm^3 (Faktor 1,6 größer als von Blei) und ihre große Reinheit im
radioaktiven Sinne genau die vom Experiment gestellten Anforderungen.