735009-2022 - ErgebnisDeutschland-Westerstede: Dienstleistungen in der Tragwerksplanung
OJ S 252/2022 30/12/2022
Bekanntmachung vergebener Aufträge
Dienstleistungen
Rechtsgrundlage:
Richtlinie 2014/24/EU

Abschnitt I: Öffentlicher Auftraggeber

I.1.
Name und Adressen
Offizielle Bezeichnung: Landkreis Ammerland - Eigenbetrieb Immobilienbetreuung
Postanschrift: Ammerlandallee 12
Ort: Westerstede
NUTS-Code: DE946 Ammerland
Postleitzahl: 26655
Land: Deutschland
Kontaktstelle(n): Kapellmann und Partner mbB
E-Mail: alexander.kus@kapellmann.de
Internet-Adresse(n):
Hauptadresse: https://www.kapellmann.de/
Adresse des Beschafferprofils: https://www.ammerland.de/
I.4.
Art des öffentlichen Auftraggebers
Agentur/Amt auf regionaler oder lokaler Ebene
I.5.
Haupttätigkeit(en)
Wohnungswesen und kommunale Einrichtungen

Abschnitt II: Gegenstand

II.1.
Umfang der Beschaffung
II.1.1.
Bezeichnung des Auftrags
Ammerland Klinik Bestand und Erweiterung
Referenznummer der Bekanntmachung: KLA 22 - Fachplanung Tragwerksplanung
II.1.2.
CPV-Code Hauptteil
71327000 Dienstleistungen in der Tragwerksplanung
II.1.3.
Art des Auftrags
Dienstleistungen
II.1.4.
Kurze Beschreibung
Gegenstand der Ausschreibung sind Planungsleistungen der Fachplanung Tragwerksplanung wie folgt:
- Stufenweise alle Grundleistungen (außer Genehmigungsplanung) und ausgewählte Besondere Leistungen in Anlehnung an Anlage 14.1 zur HOAI
- Fassadenstatik optional
- Bewehrungsabnahmen
- Vereinbarung eines Berechnungshonorars nach HOAI (und ggf. RifT-Tabellen) für Grundleistungen mit anzubietendem Zu- oder Abschlag, Besondere Leistungen pauschal oder nach Aufwand
Im Weiteren siehe Ziffer II.2.4
II.1.6.
Angaben zu den Losen
Aufteilung des Auftrags in Lose: nein
II.1.7.
Gesamtwert der Beschaffung
Wert ohne MwSt.: 2 240 000,00 EUR
II.2.
Beschreibung
II.2.3.
Erfüllungsort
NUTS-Code: DE946 Ammerland
Hauptort der Ausführung: Ammerland Klinik GmbH Lange Strasse 38 26655 Westerstede
II.2.4.
Beschreibung der Beschaffung
Die Ammerland-Klinik hat sich im Jahr 2018 auf den Weg gemacht, eine Neustrukturierung des medizinischen
Konzeptes und der räumlichen Weiterentwicklung auf den Weg zu bringen. Im Vordergrund stehen dabei die
Förderung der Interdisziplinarität sowie eine sinnvolle Zentralisation von Einheiten und Funktionen.
Die aktuelle bauliche Struktur im Gebäudebestand aus den 70er und 80er Jahren erschwert durch überholte
und unflexible Grundrisse die interdisziplinäre Nutzung. Dezentrale Strukturen sorgen für unwirtschaftliche
Abläufe und Personaleinsätze. Hinzu weist die Ammerland-Klinik erhebliche Flächendefizite auf, die dem
aktuellen Leistungsgeschehen nicht mehr gerecht werden. Besondere Problembereich sind hier der OP inkl.
Nebenräume, die AEMP, die Notaufnahme und die konservative Intensivstation. Im Bereich der Allgemeinpflege
sind ca. 50% der Betten in 3- und 4-Bett-Zimmern verortet, welche perspektivisch aufgelöst werden sollen, sodass zukünftig flexibel belegbare 1- und 2-Bett-Zimmer auf den Stationen vorgehalten werden. Alle Stationen im Altbestand haben einen Sanierungsbedarf und benötigen zusätzliches Nebenraumprogramm.
Es wurde in vielen Gesprächen und Workshops ein Raum- und Funktionsprogramm und darauf basierend ein Masterplan Bau für einen Neubau aber auch für die Nachnutzung des Altbestands erarbeitet, der die Basis für die weitere Planung bildet.
Leitmotiv der baulichen, wie organisatorischen Neuausrichtung ist eine konsequente Ressourcen- und Flächenbewirtschaftung, die nach funktionellen sowie prozessoptimierten und nicht nach rein aufbauorganisatorischen Grundsätzen ausgerichtet wird. Ziel dieses Entwicklungskonzepts ist die Optimierung der Leistungsfähigkeit, Ergebnisqualität und Wirtschaftlichkeit sowie die Verbesserung der Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit. Mit der weiteren künftigen Planung inklusive der hier ausgeschriebenen Planungsleistung, siehe Ziffer II.1.4, soll insbesondere erreicht werden:
1. Versorgungssicherheit
Als einziges Akut-Krankenhaus im Landkreis Ammerland und mit der einzigartigen Kooperation mit dem Bundeswehrkrankenhaus Westerstede hat das Klinikzentrum Westerstede eine gewichtige Aufgabe bei der Sicherstellung des Versorgungsauftrages des Landkreises Ammerland und darüber hinaus im gesamten Nordwesten. Hierbei sind insbesondere die Geburtshilfe, die überregional zertifizierte Stroke-Unit, die Gefäß- und Thoraxchirurgie, das Notfallzentrum der höchsten Versorgungsstufe und das Brustzentrum zu nennen, die weit über die Landkreisgrenzen hinaus die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Dieses gilt es in dem künftigen Gesundheitsquartier Ammerland abzubilden und langfristig abzusichern.
Dabei sollen die Ammerland-Klinik und das Bundeswehrkrankenhaus Westerstede den Mittelpunkt einer Gesundheitsversorgung mit benachbarten und künftigen Kooperationspartnern an einem Ort im Herzen von Westerstede bilden.
Dieser Zentrumsgedanke findet sich auch in der Masterplanung und dem medizinischen Konzept wieder. Bisher dezentrale Strukturen sollen aufgelöst werden und medizinisch sinnvolle Zentren gebildet werden. Als Beispiel soll hier der Zentral-OP oder aber die Gründung eines interventionellen Zentrums genannt werden.
2. Bauliche Qualität und Nachhaltigkeit
Die Themen Umwelt und Zukunft spielen bei der baulichen Qualität und Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Ziel des Hauses ist es, nachhaltig und energieoptimiert voraus zu denken und zu bauen. Die Ammerland Klinik orientiert sich bei der Gebäude- und Anlagenplanung am Nds. Klimagesetz. Die wesentlichen Ziele des Gesetzes, die Senkung des Ausstoßes von klimaschädlichen Treibhausgasen und die Erreichung der Klimaneutralität, sollen mit einem ganzheitlichen Energiekonzept für den Standort der Ammerland Klinik unterstützt werden.
Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, um dessen Folgen zu mindern, sind ebenfalls eine Forderung des Klimagesetzes. Gerade im Hinblick auf die Anwesenheit gesundheitlich beeinträchtigter Menschen sollen im Gebäude die Auswirkung von Hitzeereignissen baulich und technisch abgemildert werden. Der Hochwasserschutz hat am Standort durch den Bachlauf der kleinen Norderbäke auf dem Grundstück hohe Relevanz und muss insbesondere in Bereichen mit versorgungsrelevanter Infrastruktur berücksichtigt werden.
Der Einsatz regenerativer Energien zur Energieversorgung, eine klimaneutrale Mobilität und die besondere Bedeutung von Holz als Kohlenstoffspeicher sind weitere wesentliche Inhalte des Gesetzes und sollen Eckpfeiler des Projekts sein. Eine ressourcenschonende Bauweise soll angestrebt und umgesetzt werden.
Dabei geht es nicht um die Möglichkeiten von heute, sondern darum, innovative Lösungen für morgen zu denken und diese sinnvoll hier umzusetzen. Wesentlich ist dabei das Prinzip des Low-Tech-Bauens. Die Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung muss auch bei diesen Planungen jederzeit im Vordergrund stehen. Dieses sind Grundvoraussetzungen für das künftige Gesundheitsquartier.
3. Patientenzufriedenheit
Die künftige Architektur des Neubaus und Altbestands soll sich durch eine gesundheitsfördernde Architektur auszeichnen. Die Aufenthaltsqualität soll dabei zum einen die Patientenzufriedenheit aber auch die Patientensicherheit steigern. Dieses zeigt sich auch in einer Architektur, die alle Sinne berücksichtigt - von der Geburtshilfe über demenzsensible Strukturen bis hin zur Palliativversorgung.
4. Mitarbeiterwohlbefinden
Ein weiterer wesentlicher Aspekt der künftigen Bauplanung liegt in der Steigerung der Arbeitsplatzqualität. Die Ausgestaltung und Lage der künftigen Räume und Funktionen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Zentralisierung und Digitalisierung. Ziel ist es moderne und attraktive Arbeitsplätze zu gestalten die dazu dienen Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und gesund zu halten. Darauf abgestimmt werden soll die Betriebsorganisation und damit verbunden die künftige räumliche Gestaltung dieser.
II.2.5.
Zuschlagskriterien
Qualitätskriterium - Name: Projektleiter / Gewichtung: 20
Qualitätskriterium - Name: Konzept / Gewichtung: 45
Preis - Gewichtung: 35
II.2.11.
Angaben zu Optionen
Optionen: nein
II.2.13.
Angaben zu Mitteln der Europäischen Union
Der Auftrag steht in Verbindung mit einem Vorhaben und/oder Programm, das aus Mitteln der EU finanziert wird: nein
II.2.14.
Zusätzliche Angaben
Auftraggeber ist der Landkreis Ammerland, Immobilienbetrieb.
Als Vergabestelle fungiert die Ammerland-Klinik GmbH, die das Vergabeverfahren durchführt. Den Zuschlag erteilt der Landkreis Ammerland.

Abschnitt IV: Verfahren

IV.1.
Beschreibung
IV.1.1.
Verfahrensart
Verhandlungsverfahren
IV.1.3.
Angaben zur Rahmenvereinbarung oder zum dynamischen Beschaffungssystem
IV.1.8.
Angaben zum Beschaffungsübereinkommen (GPA)
Der Auftrag fällt unter das Beschaffungsübereinkommen: nein
IV.2.
Verwaltungsangaben
IV.2.1.
Frühere Bekanntmachung zu diesem Verfahren
Bekanntmachungsnummer im ABl.: 2022/S 189-534749
IV.2.8.
Angaben zur Beendigung des dynamischen Beschaffungssystems
IV.2.9.
Angaben zur Beendigung des Aufrufs zum Wettbewerb in Form einer Vorinformation

Abschnitt V: Auftragsvergabe

Ein Auftrag/Los wurde vergeben: ja
V.2.
Auftragsvergabe
V.2.1.
Tag des Vertragsabschlusses
27/12/2022
V.2.2.
Angaben zu den Angeboten
Anzahl der eingegangenen Angebote: 5
Anzahl der eingegangenen Angebote von KMU: 5
Anzahl der eingegangenen Angebote von Bietern aus anderen EU-Mitgliedstaaten: 0
Anzahl der eingegangenen Angebote von Bietern aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten: 0
Anzahl der elektronisch eingegangenen Angebote: 5
Der Auftrag wurde an einen Zusammenschluss aus Wirtschaftsteilnehmern vergeben: nein
V.2.3.
Name und Anschrift des Wirtschaftsteilnehmers, zu dessen Gunsten der Zuschlag erteilt wurde
Offizielle Bezeichnung: Wetzel & von Seht
Postanschrift: Friesenweg 5E
Ort: Hamburg
NUTS-Code: DE600 Hamburg
Postleitzahl: 22763
Land: Deutschland
E-Mail: info@wvs.eu
Telefon: +49 40889-1670
Fax: +49 40889-16767
Internet-Adresse: https://www.wvs.eu
Der Auftragnehmer ist ein KMU: ja
V.2.4.
Angaben zum Wert des Auftrags/Loses
Ursprünglich veranschlagter Gesamtwert des Auftrags/des Loses: 2 240 000,00 EUR
Gesamtwert des Auftrags/Loses: 1 223 898,19 EUR
V.2.5.
Angaben zur Vergabe von Unteraufträgen

Abschnitt VI: Weitere Angaben

VI.3.
Zusätzliche Angaben
Es erfolgt kein Versand der Bewerbungsunterlagen per Post oder E-Mail.
Fragen und Antworten während der Bewerbungsphase werden nur in anonymisierter Form ebenfalls auf der vorgenannten Plattform veröffentlicht.
Ein Versand der Fragen und Antworten während der Bewerbungsphase per E-Mail erfolgt nicht.
Während der Angebotsphase werden "Fragen und Antworten" nur in anonymisierter Form über die bekanntgegebene Vergabeplattform übermittelt.
Bekanntmachungs-ID: CXP4YYV6CS5
VI.4.
Rechtsbehelfsverfahren/Nachprüfungsverfahren
VI.4.1.
Zuständige Stelle für Rechtsbehelfs-/Nachprüfungsverfahren
Offizielle Bezeichnung: Vergabekammer Niedersachsen beim Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung
Postanschrift: Auf der Hude 2
Ort: Lüneburg
Postleitzahl: 21339
Land: Deutschland
E-Mail: vergabekammer@mv.niedersachsen.de
Telefon: +49 413115-3306
Fax: +49 413115-2943
Internet-Adresse: www.mw.niedersachsen.de
VI.4.3.
Einlegung von Rechtsbehelfen
Genaue Angaben zu den Fristen für die Einlegung von Rechtsbehelfen:
Die Vergabekammer leitet gemäß § 160 Abs. 1 GWB ein Nachprüfungsverfahren nur auf Antrag ein. Der Antragist gemäß § 160 Abs. 3 Nr. 1 - 4 GWB unzulässig, soweit:
1) der Antragsteller den geltend gemachten Verstoß gegen Vergabevorschriften vor Einreichen desNachprüfungsantrags erkannt und gegenüber dem Auftraggeber nicht innerhalb einer Frist von 10Kalendertagen gerügt hat,
2) Verstöße gegen Vergabevorschriften, die aufgrund der Bekanntmachung erkennbar sind, nicht spätestensbis zum Ablauf der in der Bekanntmachung benannten Frist zur Angebotsabgabe gegenüber demAuftraggebergerügt werden,
3) Verstöße gegen Vergabevorschriften, die erst in den Vergabeunterlagen erkennbar sind, nicht spätestens biszum Ablauf der Frist zur Bewerbung oder zur Angebotsabgabe gegenüber dem Auftraggeber gerügt werden,
4) mehr als 15 Kalendertage nach Eingang der Mitteilung des Auftraggebers, einer Rüge nicht abhelfen zuwollen, vergangen sind
VI.5.
Tag der Absendung dieser Bekanntmachung
27/12/2022