86010-2023 - Vorankündigung – DirektvergabeDeutschland-Hannover: Dosierungsausrüstung
OJ S 30/2023 10/02/2023
Freiwillige Ex-ante-Transparenzbekanntmachung
Lieferungen
Rechtsgrundlage:
Richtlinie 2014/24/EU

Abschnitt I: Öffentlicher Auftraggeber/Auftraggeber

I.1.
Name und Adressen
Offizielle Bezeichnung: DIAKOVERE gGmbH
Nationale Identifikationsnummer: DE11
Postanschrift: Anna-von-Borries-Straße 1-7
Ort: Hannover
NUTS-Code: DE929 Region Hannover
Postleitzahl: 30625
Land: Deutschland
Kontaktstelle(n): Interdisziplinäres Projektteam Digitalisierung, Dr. med. Malte Süß
E-Mail: malte.suess@diakovere.de
Telefon: +49 5112891456
Internet-Adresse(n):
Hauptadresse: https://www.diakovere.de/
I.4.
Art des öffentlichen Auftraggebers
Andere: Gemeinnützige GmbH
I.5.
Haupttätigkeit(en)
Andere Tätigkeit: Gesundheit

Abschnitt II: Gegenstand

II.1.
Umfang der Beschaffung
II.1.1.
Bezeichnung des Auftrags
KHZG-Projekt UnitDose: Lieferung und Implementierung eines Unit Dose Automaten (Hard-, Software und Dienstleistungen)
II.1.2.
CPV-Code Hauptteil
33141626 Dosierungsausrüstung
II.1.3.
Art des Auftrags
Lieferauftrag
II.1.4.
Kurze Beschreibung
Installation eines Automaten zur Einzeldosis basierten Stellung und optischen Kontrolle derselben (Unit Dose Automat): Beschaffung der notwendigen Hard- und Software, Implementierung, Schnittstellen u.a. zum KIS, Service und Support für Hard- und Software und für die Schnittstellen.
Auftraggeber der zu beschaffenden Leistungen ist die DIAKOVERE Krankenhaus gGmbH (DIAKOVERE). Die DIAKOVERE erhält Fördermittel des Bundes aus dem mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) eingerichteten Krankenhauszukunftsfonds. Als privates getragenes Haus ist DIAKOVERE kein Auftraggeber i.S.d. § 98 GWB mit der Folge, dass die rechtlichen Vorgaben an die Durchführung eines Vergabeverfahrens nach den §§ 97 ff. GWB bzw. der EU-Richtlinie 2014/24/EU keine unmittelbare Anwendung finden. Gleichwohl orientiert sich DIAKOVERE bei Überschreitung des vergaberechtlichen Schwellenwertes freiwillig an den Vorschriften des Kartellvergaberechts der §§ 97 ff. GWB.
II.1.6.
Angaben zu den Losen
Aufteilung des Auftrags in Lose: ja
II.1.7.
Gesamtwert der Beschaffung
Wert ohne MwSt.: 504 230,00 EUR
II.2.
Beschreibung
II.2.1.
Bezeichnung des Auftrags
ORBIS-Schnittstelle
Los-Nr.: 1
II.2.2.
Weitere(r) CPV-Code(s)
30237110 Netzwerkschnittstellen, 48000000 Softwarepaket und Informationssysteme, 72267000 Software-Wartung und -Reparatur
II.2.3.
Erfüllungsort
NUTS-Code: DE929 Region Hannover
II.2.4.
Beschreibung der Beschaffung
Bereitstellung einer SQL-Schnittstelle des KIS ORBIS zum Unit Dose Automaten sowie Support über 36 Monate für die Schnittstelle.
Die DIAKOVERE Krankenhaus gGmbH verwendet als Krankenhausinformationssystem (KIS) ORBIS der Firma Dedalus. Das KIS ist Grundlage und bietet die Schnittstelle für die Anbindung eines Moduls zum digitalen Medikationsmanagements. Es wurde in diesem Zusammenhang ein Tool zur Dokumentation der Anordnung und Verabreichung von Arzneimitteln im Sinne des KHZG FTB 5 eingeführt, ORBIS Medication. Neben einer problemlosen Kommunikation zu dem bestehenden KIS muss der Unit Dose Automat auch eine Schnittstelle zu SAP MM ermöglichen. Diese ist für eine automatisierte Nachbestellung der Verbrauchsgüter erforderlich. SAP MM ist als stammdatenführende Software die Schnittstelle zur Materialwirtschaft (MaWi), u.a. der Apotheke, implementiert.
Diese Gegebenheiten machen es erforderlich, den Unit Dose Automat an das existierende KIS ORBIS anzubinden. Diese Schnittstelle kann nur der KIS-Hersteller Dedalus selbst herstellen. Zwar könnten grundsätzlich auch Dritte eine entsprechende Schnittstelle zum KIS programmieren. Dafür bräuchten sie aber den Source-Code des KIS, den der KIS-Hersteller dafür nicht zur Verfügung stellt. Ein Händlermarkt existiert für die KIS-Seite der Anbindung nicht. Seitens des Anbieters des KIS besteht eine Alleinvertriebsstruktur durch die Firma Dedalus.
II.2.5.
Zuschlagskriterien
II.2.11.
Angaben zu Optionen
Optionen: nein
II.2.13.
Angaben zu Mitteln der Europäischen Union
Der Auftrag steht in Verbindung mit einem Vorhaben und/oder Programm, das aus Mitteln der EU finanziert wird: nein
II.2.14.
Zusätzliche Angaben
II.2.
Beschreibung
II.2.1.
Bezeichnung des Auftrags
Unit Dose Automat
Los-Nr.: 2
II.2.2.
Weitere(r) CPV-Code(s)
33141626 Dosierungsausrüstung, 51410000 Installation von medizinischen Einrichtungen, 48000000 Softwarepaket und Informationssysteme, 72267000 Software-Wartung und -Reparatur, 50324100 Systemwartung
II.2.3.
Erfüllungsort
NUTS-Code: DE929 Region Hannover
II.2.4.
Beschreibung der Beschaffung
Lieferung des Unit Dose Automaten (Hard- und Software) einschließlich der notwendigen zusätzlichen Geräte wie Entblistermaschine und optischem Kontrollgerät sowie Bereitstellung von Updates, Wartung und Support über 36 Monate.
Der Unit Dose Automat muss eine Kompatibilität mit den dazugehörigen patientenführenden KIS-Modulen und auch eine Schnittstelle zu dem vorhandenen MaWi-Programm problemlos ermöglichen. Zusätzlich ist eine spätere Anbindung an das ORBIS Tool Closed Loop unabdingbar, um die Muss-Kriterien der KHZG-Anforderungen zu erfüllen. Diese Kompatibilitätsanforderungen an den zu liefernden Unit Dose Automaten und die zugehörigen Dienstleistungen erfüllt aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nach der durch den Auftraggeber durchgeführten Marktanalyse momentan einzig die Firma Baxter. Nur der Unit Dose Automat von Baxter ist mit der bestehenden IT-Infrastruktur kompatibel. Der KIS-Hersteller Dedalus bestätigt die Kompatibilität aktuell nur für Unit Dose Automaten von Baxter, die bereits andernorts an Dedalus-KIS angebunden und im Einsatz sind. Frühestens Ende 2023 werden Unit Dose Automaten einer weiteren Firma an Dedalus-KIS anbindbar sein. Dies kann und will der Auftraggeber aber nicht abwarten, zumal der Auftraggeber aus Gründen der Patientensicherheit ein ausreichendes Maß an Erfahrung des Unit Dose Automat-Lieferanten fordern muss: Aus Sicherheitsgründen soll die Einführung eines Unit Dose Automaten und den damit verbundenen Prozessanpassungen im Klinikalltag ebenso wie im Apothekenalltag durch einen Anbieter vorgenommen werden, der entsprechende Expertise und Erfahrungen auf diesem Gebiet vorzuweisen hat. Hier wird erwartet, dass der Vertragspartner entsprechende Implementierungen von Unit Dose Automaten in Krankenhausapotheken und den dazugehörigen klinischen Bereichen seit mindestens 15 Jahren vornimmt und seit mindestens 2 Jahren mit Kliniken zusammenarbeitet, die ebenfalls als führendes KIS mit Dedalus ORBIS arbeiten. Dies soll einen möglichst reibungslosen Ablauf und somit eine Minimierung von Störungen ermöglichen. Hier steht die Patientensicherheit im Klinikalltag an oberster Stelle. Insbesondere, da es sich um zwei Akutkrankenhäuser, ein elektives Krankenhaus sowie eine Rehabilitationsklinik mit insgesamt 1200 Betten handelt und somit die Arzneimittelversorgung der Patienten komplikationsfrei umgestellt werden muss. Auch die dazu geforderte Expertise bei der Begleitung möglicher Umbaumaßnahmen sowie Anpassung der Prozesse des Medikationsprozesses bietet nach den Ergebnissen der Marktanalyse momentan ausschließlich der Lieferant Baxter. Eine weitere Firma, die ebenfalls Unit Dose Automaten vertreibt, kann frühestens Ende 2023 die entsprechenden Schnittstellen zu Dedalus gewährleisten und frühestens 2025 die geforderte zweijährige Erfahrung vorweisen.
II.2.5.
Zuschlagskriterien
II.2.11.
Angaben zu Optionen
Optionen: nein
II.2.13.
Angaben zu Mitteln der Europäischen Union
Der Auftrag steht in Verbindung mit einem Vorhaben und/oder Programm, das aus Mitteln der EU finanziert wird: nein
II.2.14.
Zusätzliche Angaben

Abschnitt IV: Verfahren

IV.1.
Beschreibung
IV.1.1.
Verfahrensart
Verhandlungsverfahren ohne vorherige Bekanntmachung
Erläuterung:
Zur Begründung wird aus Platzgründen für beide Lose jeweils auf Ziffer II.2.4) dieser Bekanntmachung verwiesen.
Zu der Beschaffung der ORBIS-Schnittstelle sowie des Supports über 36 Monate für die Schnittstelle bei Dedalus gibt es aus den vorgenannten Gründen (zwingende Anbindung des vorhandenen KIS, technische und rechtliche Alleinstellung des KIS-Herstellers für die Schnittstelle) keine vernünftige Alternative oder Ersatzlösung im Sinne des § 14 Abs. 6 VgV. Der mangelnde Wettbewerb aus technischen Gründen ist nicht das Ergebnis einer künstlichen Einschränkung der Auftragsvergabeparameter durch DIAKOVERE.
Zu der Beschaffung des Unit Dose Automaten sowie Support über 36 Monate bei Baxter Deutschland GmbH gibt es aus den vorgenannten Gründen (technische Alleinstellung für die Kompatibilitätsanforderungen, notwendige Erfahrung im Interesse der Patientensicherheit) keine vernünftige Alternative oder Ersatzlösung im Sinne des § 14 Abs. 6 VgV. Der mangelnde Wettbewerb aus technischen Gründen ist nicht das Ergebnis einer künstlichen Einschränkung der Auftragsvergabeparameter durch DIAKOVERE.
Fortsetzung Text aus Ziffer II.2.4) zu Los 2:
Zusätzlich wird auch bei der Implementierung und dem anschließenden Service eine gewisse Sicherheit und Übung gefordert. Diese ist zwingend erforderlich, um einen reibungslosen Ablauf mit maximalem Schutz für die Patientensicherheit zu gewährleisten.
Auch diese Leistungen können aktuell nur durch Baxter für Häuser mit ORBIS-KIS geleistet werden.
Selbst wenn Unit Dose Automaten anderer Hersteller als Baxter bereits jetzt technisch an das ORBIS-KIS angebunden werden könnten, böte dies technische und wirtschaftlicher Nachteile, die der Auftraggeber nicht hinnehmen muss. Denn eine Umstellung der gewachsenen, bestehenden IT-Landschaft der DIAKOVERE Krankenhaus gGmbH wäre unverhältnismäßig und würde nicht nur wirtschaftlich, sondern zusätzlich zu mindestens temporären Kompatibilitätsrisiken bei der Implementierung führen. Die reibungslose Integration des Unit Dose Automaten in die bestehende digitale Plattform ist die Basis zur Vermeidung von Problemen bei der Verarbeitung medizinischer und pflegerischer Daten und der damit verbundenen Versorgung der Patienten. Hier hat die Wahrung der Patientensicherheit oberste Priorität.
Bei der Vergabe an einen anderen Anbieter als Baxter müssten Schnittstellen zum patientenführenden KIS, dem Labor, der Anästhesiesoftware, dem DMS und Monitoring usw. eingerichtet, gewartet, gekauft und bei Änderungen immer wieder angepasst werden. Dies ist neben dem wirtschaftlichen Aspekt genauso kritisch wie unter dem Aspekt der Patientensicherheit zu betrachten, insbesondere da gem. der Muss-Vorschriften für den Fördertatbestand 5 hinterlegt ist, dass Warnmeldungen basierend auf hinterlegten Daten zum Patienten möglich sein müssen (z.B. Kontraindikation von Ibuprofen bei bestehender Niereninsuffizienz hinterlegt bei den DRGs und schlechten Nierenwerten im Labor). Zudem schließt der KIS-Hersteller Dedalus sämtliche Gewährleistung aus, wenn Fremdapplikationen in das System integriert und genutzt werden. Die Wahrung der Haftungsmodalitäten ist somit ein zusätzlicher Aspekt bei den sachlichen Gründen für die Festlegung der Produktanforderungen.
IV.1.3.
Angaben zur Rahmenvereinbarung
IV.1.8.
Angaben zum Beschaffungsübereinkommen (GPA)
Der Auftrag fällt unter das Beschaffungsübereinkommen: nein
IV.2.
Verwaltungsangaben

Abschnitt V: Auftragsvergabe/Konzessionsvergabe

Los-Nr.: 1
V.2.
Auftragsvergabe/Konzessionsvergabe
V.2.1.
Tag der Zuschlagsentscheidung
31/01/2023
V.2.2.
Angaben zu den Angeboten
Der Auftrag wurde an einen Zusammenschluss aus Wirtschaftsteilnehmern vergeben: nein
V.2.3.
Name und Anschrift des Auftragnehmers/Konzessionärs
Offizielle Bezeichnung: Dedalus HealthCare GmbH
Postanschrift: Parkstraße 40
Ort: Osnabrück
NUTS-Code: DE944 Osnabrück, Kreisfreie Stadt
Postleitzahl: 49080
Land: Deutschland
Der Auftragnehmer/Konzessionär wird ein KMU sein: nein
V.2.4.
Angaben zum Wert des Auftrags/Loses/der Konzession
Gesamtwert des Auftrags/des Loses/der Konzession: 131 412,00 EUR
V.2.5.
Angaben zur Vergabe von Unteraufträgen

Abschnitt V: Auftragsvergabe/Konzessionsvergabe

Los-Nr.: 2
V.2.
Auftragsvergabe/Konzessionsvergabe
V.2.1.
Tag der Zuschlagsentscheidung
31/01/2023
V.2.2.
Angaben zu den Angeboten
Der Auftrag wurde an einen Zusammenschluss aus Wirtschaftsteilnehmern vergeben: nein
V.2.3.
Name und Anschrift des Auftragnehmers/Konzessionärs
Offizielle Bezeichnung: Baxter Deutschland GmbH
Nationale Identifikationsnummer: DE11
Ort: Unterschleißheim
NUTS-Code: DE21H München, Landkreis
Postleitzahl: 85716
Land: Deutschland
Der Auftragnehmer/Konzessionär wird ein KMU sein: nein
V.2.4.
Angaben zum Wert des Auftrags/Loses/der Konzession
Gesamtwert des Auftrags/des Loses/der Konzession: 372 818,00 EUR
V.2.5.
Angaben zur Vergabe von Unteraufträgen

Abschnitt VI: Weitere Angaben

VI.3.
Zusätzliche Angaben
VI.4.
Rechtsbehelfsverfahren/Nachprüfungsverfahren
VI.4.1.
Zuständige Stelle für Rechtsbehelfs-/Nachprüfungsverfahren
Offizielle Bezeichnung: Vergabekammer Niedersachsen
Postanschrift: Auf der Hude 2
Ort: Lüneburg
Postleitzahl: 21339
Land: Deutschland
E-Mail: vergabekammer@mw.niedersachsen.de
Telefon: +49 413115-3306/3307/3308
Fax: +49 4131152943
Internet-Adresse: https://www.mw.niedersachsen.de/startseite/themen/aufsicht_und_recht/vergabekammer_rechtslage_ab_18_04_2016/vergabekammer-niedersachsen-144803.html
VI.4.2.
Zuständige Stelle für Schlichtungsverfahren
Offizielle Bezeichnung: Vergabekammer Niedersachsen
Postanschrift: Auf der Hude 2
Ort: Lüneburg
Postleitzahl: 21339
Land: Deutschland
E-Mail: vergabekammer@mw.niedersachsen.de
Telefon: +49 413115-3306/3307/3308
Fax: +49 4131152943
Internet-Adresse: https://www.mw.niedersachsen.de/startseite/themen/aufsicht_und_recht/vergabekammer_rechtslage_ab_18_04_2016/vergabekammer-niedersachsen-144803.html
VI.4.3.
Einlegung von Rechtsbehelfen
Genaue Angaben zu den Fristen für die Einlegung von Rechtsbehelfen:
Die Einlegung von Rechtsbehelfen richtet sich nach den Vorschriften der §§ 155 ff. des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB). Zur Wahrung der Fristen wird auf die §§ 134,135 und 160 ff. GWB verwiesen.
VI.4.4.
Stelle, die Auskünfte über die Einlegung von Rechtsbehelfen erteilt
Offizielle Bezeichnung: Vergabekammer Niedersachsen
Postanschrift: Auf der Hude 2
Ort: Lüneburg
Postleitzahl: 21339
Land: Deutschland
E-Mail: vergabekammer@mw.niedersachsen.de
Telefon: +49 413115-3306/3307/3308
Fax: +49 4131152943
Internet-Adresse: https://www.mw.niedersachsen.de/startseite/themen/aufsicht_und_recht/vergabekammer_rechtslage_ab_18_04_2016/vergabekammer-niedersachsen-144803.html
VI.5.
Tag der Absendung dieser Bekanntmachung
06/02/2023