Kurze Beschreibung
Der Begriff „Prozess“ beschränkt sich in diesem Forschungsvorhaben nicht auf den Vorgang der digitalen Weitergabe von Informationen, sondern ist als ganzheitliches Geschäftsprozessmanagement für die Lebenszyklusphasen des Entwickelns, Planens, Genehmigens, Bauens, Betreibens, Rückbauens und Verwertens zu verstehen.
Die Suche nach neuen Prozessmodellen soll sich innerhalb dieses Forschungsvorhabens nach den folgenden drei Leitfragen ausrichten:
I. Wie kann die in verschiedenen Regelwerken (HOAI, GEFMA, AHO, VgV u.a.) manifestierte lineare Struktur der Wertschöpfungskette Bau zukunftsfähig weiterentwickelt werden und welche Anpassungen sind notwendig?
II. Wie lässt sich die klassische Rollenverteilung in der Wertschöpfungskette Bau (Bauherrschaft, Planung, Ausführung, Genehmigung, Betrieb) sinnvoll und volkswirtschaftlich nachhaltig transformieren?
III. Auf welche Faktoren muss in einer digital transformierten Bauwirtschaft besonders geachtet werden, um globalen und gesellschaftlichen Herausforderungen, wie Klimaneutralität, Fachkräftemangel oder bezahlbares Wohnen einfacher und schneller zu begegnen?
Diese Leitfragen stehen beispielhaft für die Anforderung, im vorliegenden Forschungsvorhaben derzeitige Annahmen zu hinterfragen und neue, innovative Möglichkeiten kreativ zu erschließen („thinking out of the box“).
Aufbauend auf den Ergebnissen einer umfangreichen Grundlagenermittlung ist zunächst eine Systematik und Methodik zur Entwicklung neuer Geschäftsprozessmodelle zu entwickeln. Auf dieser Basis und angereichert durch interdisziplinäre Workshopformate sind Zielszenarien für neue durchgängige Prozessmodelle für den Gebäudelebenszyklus zu entwickeln die durch eine Leitlinie für die Digitale Transformation des Bauwesens sowie Handlungsempfehlungen und weitere Forschungsansätze ergänzt werden.
Das Forschungsvorhaben soll einen Beitrag leisten, die digitale Transformation in der Deutschen Bauwirtschaft zu unterstützen und die notwendige Effizienzsteigerung durch gezielte politische Steuerungsmaßnahmen zu befördern. Mögliche Szenarien werden dabei unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert und durch Risikoanalysen bewertet. Für die oft vorhandene gedankliche "Lücke" zwischen technischer Umsetzung und Regelsetzung soll das Vorhaben eine Brücke schlagen.