Services - 265272-2021

26/05/2021    S100

Deutschland-Braunschweig: Luftverkehrskontrolle

2021/S 100-265272

Auftragsbekanntmachung – Sektoren

Dienstleistungen

Rechtsgrundlage:
Richtlinie 2014/25/EU

Abschnitt I: Auftraggeber

I.1)Name und Adressen
Offizielle Bezeichnung: Flughafen Braunschweig Wolfsburg GmbH/Flugplatz Emden c/o Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH
Postanschrift: Lilienthalplatz 5
Ort: Braunschweig
NUTS-Code: DE911 Braunschweig, Kreisfreie Stadt
Postleitzahl: 38118
Land: Deutschland
E-Mail: info@fhbwe.de
Internet-Adresse(n):
Hauptadresse: www.fhbwe.de
I.3)Kommunikation
Die Auftragsunterlagen stehen für einen uneingeschränkten und vollständigen direkten Zugang gebührenfrei zur Verfügung unter: https://www.dtvp.de/Satellite/notice/CXP4YYURDLR/documents
Weitere Auskünfte erteilen/erteilt die oben genannten Kontaktstellen
Angebote oder Teilnahmeanträge sind einzureichen elektronisch via: https://www.dtvp.de/Satellite/notice/CXP4YYURDLR
I.6)Haupttätigkeit(en)
Flughafenanlagen

Abschnitt II: Gegenstand

II.1)Umfang der Beschaffung
II.1.1)Bezeichnung des Auftrags:

Remote Tower Center

Referenznummer der Bekanntmachung: RTC_BS_EMD_2022
II.1.2)CPV-Code Hauptteil
63732000 Luftverkehrskontrolle
II.1.3)Art des Auftrags
Dienstleistungen
II.1.4)Kurze Beschreibung:

Am Standort Braunschweig soll ein sogenanntes Remote Tower Center (RTC) entstehen, welches zunächst die Kontrolle der niedersächsischen Flugplätze Braunschweig und Emden abdecken soll. Perspektivisch sollen weiter Flugplätze im norddeutschen Raum eingebunden werden. Grundlage dafür sind Zuwendungen des Landes Niedersachsens als Teil des Förderprogramms zur Digitalisierung im Verkehr, insbesondere zur Erhöhung von Sicherheit und Effizienz im Verkehr und den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Mobilitätsbranche durch digitale Innovationen. Zuwendungsfähig ist der Aufbau des RTC und insbesondere die Beschaffung der dafür notwendigen technischen Infrastruktur durch die Flugplatzbetreiber. Ausschreibungsgegenstand ist der Aufbau und der nachfolgende Betrieb des RTC durch einen geeigneten Flugsicherungsdienstleister, um die Flugplätze Braunschweig und Emden zu kontrollieren.

II.1.5)Geschätzter Gesamtwert
II.1.6)Angaben zu den Losen
Aufteilung des Auftrags in Lose: nein
II.2)Beschreibung
II.2.3)Erfüllungsort
NUTS-Code: DE911 Braunschweig, Kreisfreie Stadt
Hauptort der Ausführung:

Lilienthalplatz 5

38118 Braunschweig

II.2.4)Beschreibung der Beschaffung:

Gegenstand dieses Ausschreibungsverfahrens ist die Ermittlung und Beauftragung eines Dienstleisters zur Ausführung von Flugsicherungsdienstleistungen für die niedersächsischen Flugplätze Braunschweig (Flugplatzkontrolldienst/ATC) und Emden (Flugplatzinformationsdienstes/AFIS) in dem noch aufzubauenden RTC am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Die Betreibergesellschaft muss im Rahmen des Teilnahmewettbewerbes hierzu über ein entsprechendes Zeugnis zur Ausführung von Flugsicherungsdienstleistungen innerhalb der Europäischen Union bzw. des EASA-Raumes vorlegen.

Für die niedersächsischen Flugplätze Braunschweig und Emden stehen Zuwendungen des Landes Niedersachsen zur Förderung der Beschaffung der notwendigen technischen Infrastruktur sowie diverser Vorbereitungs- und Aufbautätigkeiten für ein RTC zur Kontrolle der beiden Flugplätze in Aussicht. Die Förderung ist Voraussetzung für das Vorhaben. Voraussetzungen der Bewilligung der Förderung sind eine europaweite Ausschreibung der zugehörigen Lösung und des Betriebs sowie zeitgerechte Erteilung des Auftrages und Inbetriebnahme des RTC.

Die für den Aufbau des RTC einzusetzende Technik und Infrastruktur ist vom Bewerber detailliert anzugeben. Die Technik wird ausschließlich über die Förderung nach den Vorgaben des Bewerbers direkt durch die Auftraggeber beschafft und verbleibt in dessen Eigentum. Die Technik wird dem Dienstleister im Rahmen der Ausführung der Flugsicherungsdienstleistungen zur Verfügung gestellt. Die Fördersumme zur Beschaffung der Technik darf nicht überschritten werden. Alle über die Fördersumme hinausgehenden Kosten zum Aufbau des RTC sind durch den Dienstleister zu übernehmen oder zu erstatten.

Als Voraussetzung des späteren Betriebs des RTC ist auch die Vorbereitung und Implementierung des RTC Teil der Aufgabenstellung. Da die aktuellen Verträge mit dem jeweiligen Flugsicherungsdienstleister bereits vor einer zu erwartenden RTC-Inbetriebnahme enden, sind durch den zu beauftragenden Dienstleister die Flugsicherungsdienstleistungen über die bestehenden Kontrolltürme übergangsweise bis zur jeweiligen Standortübergang zu übernehmen.

Zielstellung ist eine Kostenersparnis für die Flugplatzgesellschaften bei deren notwendigen Flugsicherungsdienstleistungen im Vergleich zum Betrieb der derzeitigen konventionellen Kontrolltürme.

Die Räumlichkeiten für ein RTC sind derzeit am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg noch nicht vorhanden und sind Sache des Auftragnehmers. Der Bewerber soll die erforderlichen Flächen im Umfeld selbst errichten, mieten oder bei Errichtung und Überlassung durch die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH durch Zahlung eines über die Laufzeit zu amortisierenden Baukostenzuschusses anteilig mitfinanzieren.

Die Ausführung der Flugsicherungsdienste des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg und des Flugplatzes Emden und somit der Betrieb des RTC soll über einen Zeitraum von 10 Jahren vergeben werden. Der Zeitraum soll dem Bewerber die Möglichkeit bieten, das relativ neue Konzept der RTC weiterzuentwickeln und durch die Dienstleistung für gleich mehrere Flugplätze Synergieeffekte nutzen zu können. Das Angebot des Bewerbers soll alle dafür notwendigen Leistungen samt Personal- und Wartungsleistungen und Support beinhalten.

Die Motivation für den Standort Braunschweig ist auch eng verknüpft mit der Nachbarschaft zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR ist direkt neben dem Flughafengelände angesiedelt und war in den letzten Jahren im Verbund mit führenden Herstellern und Flugsicherungsdienstleistern federführend bei der Erforschung und Entwicklung von Remote Tower-Lösungen sowie bei der Erarbeitung erster Standards. Der RTC-Standort Braunschweig soll eine Fortführung und Vertiefung dieser Kooperation bieten. Insbesondere soll eine Schnittstelle zwischen dem RTC und DLR über einen gespiegelten operationellen Arbeitsplatz und optische Surveillance-Daten zu Forschungszwecken zur Verfügung stehen. Für die Weiterentwicklung des RTC-Konzepts soll eine Schnittstelle zum Datenaustausch mit dem DLR eingerichtet werden. Durch einen beiderseitigen Austausch von Informationen und neuen Forschungserkenntnissen profitiert nicht nur das DLR, sondern auch der zukünftige Dienstleister.

Das gegenständliche RTC soll zunächst die Flugplätze Braunschweig und Emden einbinden. Es muss die Möglichkeit bieten, zukünftig die Kontrolle weiterer Flugplätze in Niedersachsen und im norddeutschen Raum mit einzubinden. Ein entsprechendes Konzept zur Erweiterung des RTC ist innerhalb der Bewerbung anzugeben.

Die Schaffung und Optimierung klarer Strukturen im Projekt sowie die Festlegung von Ansprechpartnern, Besprechungen und Schnittstellen zu Behörden bzw. den Auftraggebern sind Aufgaben des Arbeitnehmers.

Die Leistung umfasst alle im Vertragskonzept und der Leistungsbeschreibung dargestellten Tätigkeiten sowie solche Planungs- und Nebenleistungen, die zusätzlich erforderlich sind, um das Projekt im vorgegebenen Termin- und Kostenrahmen sowie unter Berücksichtigung der geforderten Qualitäten umzusetzen. Die Erfüllung und Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften, Normen, behördlichen Bestimmungen (u. a. Fördermittelbescheid), technischen Spezifikationen und Vorgaben des Auftraggebers werden vorausgesetzt.

II.2.5)Zuschlagskriterien
Der Preis ist nicht das einzige Zuschlagskriterium; alle Kriterien sind nur in den Beschaffungsunterlagen aufgeführt
II.2.6)Geschätzter Wert
II.2.7)Laufzeit des Vertrags, der Rahmenvereinbarung oder des dynamischen Beschaffungssystems
Laufzeit in Monaten: 144
Dieser Auftrag kann verlängert werden: nein
II.2.9)Angabe zur Beschränkung der Zahl der Bewerber, die zur Angebotsabgabe bzw. Teilnahme aufgefordert werden
Geplante Mindestzahl: 3
Höchstzahl: 5
Objektive Kriterien für die Auswahl der begrenzten Zahl von Bewerbern:

Alle Angaben und Kriterien sind der Beschaffungsunterlage zu entnehmen.

II.2.10)Angaben über Varianten/Alternativangebote
Varianten/Alternativangebote sind zulässig: nein
II.2.11)Angaben zu Optionen
Optionen: nein
II.2.13)Angaben zu Mitteln der Europäischen Union
Der Auftrag steht in Verbindung mit einem Vorhaben und/oder Programm, das aus Mitteln der EU finanziert wird: nein
II.2.14)Zusätzliche Angaben

Abschnitt III: Rechtliche, wirtschaftliche, finanzielle und technische Angaben

III.1)Teilnahmebedingungen
III.1.2)Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Eignungskriterien gemäß Auftragsunterlagen
III.1.3)Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Eignungskriterien gemäß Auftragsunterlagen
III.2)Bedingungen für den Auftrag
III.2.3)Für die Ausführung des Auftrags verantwortliches Personal
Verpflichtung zur Angabe der Namen und beruflichen Qualifikationen der Personen, die für die Ausführung des Auftrags verantwortlich sind

Abschnitt IV: Verfahren

IV.1)Beschreibung
IV.1.1)Verfahrensart
Verhandlungsverfahren mit vorherigem Aufruf zum Wettbewerb
IV.1.3)Angaben zur Rahmenvereinbarung oder zum dynamischen Beschaffungssystem
IV.1.4)Angaben zur Verringerung der Zahl der Wirtschaftsteilnehmer oder Lösungen im Laufe der Verhandlung bzw. des Dialogs
Abwicklung des Verfahrens in aufeinander folgenden Phasen zwecks schrittweiser Verringerung der Zahl der zu erörternden Lösungen bzw. zu verhandelnden Angebote
IV.1.8)Angaben zum Beschaffungsübereinkommen (GPA)
Der Auftrag fällt unter das Beschaffungsübereinkommen: ja
IV.2)Verwaltungsangaben
IV.2.1)Frühere Bekanntmachung zu diesem Verfahren
Bekanntmachungsnummer im ABl.: 2021/S 021-051187
IV.2.2)Schlusstermin für den Eingang der Angebote oder Teilnahmeanträge
Tag: 21/06/2021
Ortszeit: 12:00
IV.2.3)Voraussichtlicher Tag der Absendung der Aufforderungen zur Angebotsabgabe bzw. zur Teilnahme an ausgewählte Bewerber
Tag: 26/07/2021
IV.2.4)Sprache(n), in der (denen) Angebote oder Teilnahmeanträge eingereicht werden können:
Deutsch
IV.2.6)Bindefrist des Angebots
Das Angebot muss gültig bleiben bis: 28/02/2022

Abschnitt VI: Weitere Angaben

VI.1)Angaben zur Wiederkehr des Auftrags
Dies ist ein wiederkehrender Auftrag: nein
VI.3)Zusätzliche Angaben:

1. Das Vergabeverfahren erfolgt nach den Vorgaben der SektVO 2016.

2. Bei dieser Bekanntmachung handelt es sich um einen Aufruf zur Teilnahme am Wettbewerb.

3. Über die Vergabeplattfoprm dtvp sind alle Unterlagen und Anlagen abzurufen. Die Unterlagen beschreiben die für das gesamte Verfahren zwingend einzuhaltende Form. Über die Unterlagen für den Teilnahmewettbewerb hinaus, sind auch alle Angaben und Bedingungen für die Angebotsphase in der Beschaffungsunterlage enthalten.

4. Alle zur Auswertung erforderlichen Kriterien und Bedingungen sind in der Beschaffungsunterlage ausführlich beschrieben.

6. Ausländische Bewerber/Unternehmen haben gleichwertige Bescheinigungen ihres Herkunftslandes einzureichen. Bei fremdsprachigen Bescheinigungen kann vom Auftraggeber eine Übersetzung in deutscher Sprache nachgefordert werden.

7. Sollten sich aus Sicht des Bewerbers Nachfragen ergeben, sind diese ausschließlich über die Vergabe-Plattform zu richten.

Rechtzeitig beim Auftraggeber beantragte Auskünfte zu den Beschaffungssunterlagen werden in der nach SektVO vorgesehenen Frist erteilt. Der Bewerber hat eigenverantwortlich und regelmäßig die Informationen abzurufen.

8. Im Teilnahmewettbewerb werden nur Bewerber berücksichtigt, welche die in der Beschaffungsunterlage angegebenen Teilnahmebedingungen erfüllen.

9. Die 5 gemäß Rangreihenfolge am besten geeigneten Bewerber mit den höchsten Punktzahlen werden nach Auswertung der Teilnahmeanträge zur Angebotsabgabe aufgefordert. Erreichen auf dem höchsten Rang mehrere Bewerber die gleiche Punktzahl, werden sie zum weiteren Verfahren ebenfalls zugelassen, sodass sich die Anzahl der Teilnehmer für das Verhandlungsverfahren erhöhen kann.

Bekanntmachungs-ID: CXP4YYURDLR

VI.4)Rechtsbehelfsverfahren/Nachprüfungsverfahren
VI.4.1)Zuständige Stelle für Rechtsbehelfs-/Nachprüfungsverfahren
Offizielle Bezeichnung: Vergabekammer Niedersachsen beim Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung
Postanschrift: Auf der Hude 2
Ort: Lüneburg
Postleitzahl: 21339
Land: Deutschland
VI.4.3)Einlegung von Rechtsbehelfen
Genaue Angaben zu den Fristen für die Einlegung von Rechtsbehelfen:

Ein Nachprüfungsantrag ist unzulässig, soweit mehr als 15 Kalendertage nach Eingang der Mitteilung des Auftraggebers, einer Rüge nicht abhelfen zu wollen, vergangen sind (§ 160 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 GWB). Ein Nachprüfungsantrag ist zudem unzulässig, wenn der Zuschlag erfolgt ist, bevor die Vergabekammer den Auftraggeber über den Antrag auf Nachprüfung informiert hat (§§ 168 Abs. 2 Satz 1, 169 Abs.1GWB). Die Zuschlagserteilung ist möglich 15 Kalendertage nach Absendung der Bieterinformation nach § 134 Abs. 1 GWB. Wird die Information auf elektronischem Weg oder per Fax versendet, verkürzt sich die Frist auf 10 Kalendertage (§ 134 Abs. 2 GWB). Die Frist beginnt am Tag nach der Absendung der Information durch den Auftraggeber; auf den Tag des Zugangs beim betroffenen Bieter und Bewerber kommt es nicht an. Die Zulässigkeit eines Nachprüfungsantrags setzt ferner voraus, dass die geltend gemachten Vergabeverstöße 10 Kalendertage nach Kenntnis gerügt wurden (§ 160 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 GWB). Verstöße gegen Vergabevorschriften, die aufgrund der Bekanntmachung erkennbar sind, müssen spätestens bis zum Ablauf der in der Bekanntmachung benannten Frist zur Bewerbung oder zur Angebotsabgabe gegenüber dem Auftraggeber gerügt werden (§ 160 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 GWB). Verstöße gegen Vergabevorschriften, die erst in den Vergabeunterlagen erkennbar sind, müssen spätestens bis zum Ablauf der Frist zur Bewerbung oder zur Angebotsabgabe gegenüber dem Auftraggeber gerügt werden (§ 160 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 GWB).

VI.5)Tag der Absendung dieser Bekanntmachung:
21/05/2021